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Ist Glück machbar? 

Dieser Begriff ist so unterschiedlich besetzt, wie es nur möglich ist. Für den einen ist Glück ein gut bezahlter Arbeitsplatz und für eine andere bedeutet es, gerade nicht arbeiten zu müssen und die Freiheit zu genießen. Die vielen Möglichkeiten erinnern mich an die asiatische Metapher des jungen Mannes, der als einziger im Dorf von einem Fremden ein Pferd geschenkt bekommt. Das ganze Dorf freut sich mit ihm und alle sagen: ‚oh was für ein Glück der junge Mann hat‘. Nach einigen Tagen fällt der junge Mann vom Pferd und bricht sich ein Bein und die Menschen im Dorf sagen: ‚oh, was für ein Unglück für den jungen Mann, denn er hat von der Verletzung einen Gehfehler behalten‘. Nach weiteren Monaten zieht Krieg ins Land und alle jungen Männer werden zum Kampf eingezogen. Nur der junge Mann mit der Gehbehinderung nicht, und alle Zurückgebliebenen im Dorf sagen: ‚was für ein Glück für den jungen Mann‘ … 

Diese Geschichte könnten wir endlos weiterführen. Sie macht deutlich, dass Glück eine Frage der Perspektive ist und damit die Ursache in einer inneren Entscheidung trägt. Und diese innere Entscheidung wird nicht immer bewusst getroffen, sondern sie hängt mit unseren Mustern und Glaubenssätzen zusammen, die uns keineswegs alle bewusst sind. 

Zudem hat dieses Wort eine Doppelbedeutung, die manchmal so ausgelegt wird, dass jemand „Glück oder Schwein“ hat, was aussagt, dass der- oder diejenige es nicht wirklich verdient hat. Es ist halt „Glückssache“ das etwas passiert … ist es aber nicht. Darauf komme ich später. Festzuhalten wäre, dass dieser Begriff des Glücks „schwammig“ ist und eigentlich nichts aussagt. 

Die Hirnforscher haben herausgefunden, dass das sogenannte „Glückshormon“ immer dann in uns ausgeschüttet wird, wenn die synaptischen Verbindungen in unserem Gehirn mit der Realität übereinstimmen. Das ergibt sich aus unserer Perspektive auf die Welt und auf die Geschehnisse und ist demnach eine Frage unserer ganz persönlichen inneren Bewertung, die aufgrund unserer Glaubenssätze und Muster entsteht. Glück ist demgemäß auch nicht im Außen zu finden, was eine Suche nach Glück im Außen obsolet macht. Wir finden weder „Glück“ im Geld, noch in äußeren Umständen oder in einer Partnerschaft. Es sind die Gefühle, die wir durch diese Äußerlichkeiten in uns produzieren und die das Hormon ausschütten. Es ist unser Produkt … unser inneres Hormon-Produkt. 

Und es steht die Frage im Raum, warum uns in dieser Zeit der Begriff des „Glücks“ so wichtig geworden ist. Und ob es überhaupt stimmt, dass er wirklich so wichtig geworden ist. Oder wird uns das vielleicht nur von einer entstandenen „Glücks-Industrie“ suggeriert? Könnte es auch eine riesige Kampagne sein, die uns beschäftigen und vom Wesentlichen in unserem Leben abhalten soll? Und in der Tat, die Suche nach dem Glück beschäftigt viele Menschen und macht sie dann „unglücklich“, wenn sie es nicht finden. Die Statistik zeigt, dass wir Deutschen nicht an der Spitze der „glücklichen“ Nationen stehen. Stimmt da etwas mit unseren Glaubensmustern nicht … oder mit dem Begriff? 

Neben der wissenschaftlichen Betrachtung der Hirnforscher, kann uns vielleicht die spirituelle Sichtweise des Themas erhellen und einen weiteren interessanten Aspekt liefern. Spirituell gesehen, gibt es so etwas wie „Glück“ im landläufigen Sinne nicht. Das Resonanzgesetz zeigt uns auf, dass alles in Resonanz geht … dass alles miteinander kommuniziert. Das erleichtert uns vielleicht den Abschied von diesem Wort, das aus meiner Sicht ohnehin nur eine Art Platzhalter für viele andere Gefühle ist. Für Gefühle, die sehr viel konkreter sind und die entstehen, wenn wir uns mit den wesentlichen Fragen beschäftigen: Wozu sind wir auf diesen Planeten gekommen? Haben wir eine Aufgabe mitgebracht? Kennen wir diese Aufgabe? Leben wir diese Aufgabe? Und wenn wir das tun, was fühlen wir dabei? 

Ich möchte an dieser Stelle ein paar Möglichkeiten von konkreten Gefühlen anbieten und diese Aufzählung hat wahrlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit: Sinnhaftigkeit, Zufriedenheit, Wertschätzung, Anerkennung, Würde, Dankbarkeit, Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, Synchronizität, Führung, Frieden, Liebe, Lebensfreude, Wahrhaftigkeit … sind die Gefühle, die mir gerade jetzt beim Schreiben dazu einfallen. Erweitert wird diese Aufzählung durch Eure ganz persönlichen Gefühlsqualitäten. 

Sicher könnten wir diese Bezeichnungen unten den Aspekt des „Glücks“ stellen … aber wozu? Wozu einen schwammigen Überbegriff wählen, wenn es darunter so viele konkrete und wundervolle Gefühle gibt? 

Mein Fazit: lassen wir uns nicht mit dem schwammigen Begriff des Glücks abspeisen und hinreichend beschäftigen, sondern erlauben wir uns den klaren Blick auf unsere wahren Gefühle, die durch unser Denken und Handeln entstehen, wenn wir unserem persönlichen, seelischen Weg folgen. 

Text: Grandma Inaqiawa 

Webseite: www.inaqiawa.net

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