Tantra im Roman?

Weil Tantra in der Belletristik so gut wie nicht vorkommt, habe ich mich vor zehn Jahren entschieden, selbst einen Roman zu schreiben. Was für ein Abenteuer! Endlich erblickt Band 1 nun das Licht der Welt. Hier eine kleine Kostprobe zum Thema Ritual, genauer: Sollte es nach einem Ritual gleich weiter gehen?

Ihr nackter Körper fühlt sich üppig an. Und so warm. Wie sie sich bereitwillig an ihn schmiegt. Er seufzt. Sie kichert, aber er lässt sich nicht irritieren, diesen Moment muss er genießen. Wer weiß, wie lange …
Gedanken sind echt fiese kleine Monster! Warum ist ihm das noch nie so krass aufgefallen? Da hilft nur eins. Sanft wiegt er sein Becken hin und her und spürt noch deutlicher die feuchte Hitze ihrer Mitte. Wann immer er sein Becken ganz leicht gegen ihres bewegt, kommt mit leichter Verzögerung ihre Antwort, so als sagte ihr Körper unwillkürlich Ja. Ja!
Wieder entweicht ihm ein Seufzer. Diesmal kichert sie nicht, aber er ist trotzdem aus dem Rhythmus.
Es braucht eine Weile, bis sich Bewegung und Atem wieder angleichen. Genau wie sie es gelernt haben. Das ist besser als jede Droge, nur noch spüren und sanft schaukeln, wie auf einem kleinen See, ihr Atem bestimmt den Takt. Dann … Wow! Es fühlt sich an, als wenn er in ihr drin wäre, ein einziger Körper. Sanft wie das Klavier, dessen zarte Klänge ihn davontragen. Keith Jarrett?
Warum hat Karina sie davor gewarnt, nach dem Ritual zusammenzubleiben? Voll daneben! Strenge passt doch gar nicht zu ihr und schon gar nicht zum Tantra. Und was für eine Verschwendung, Energie, die sich über Stunden aufgebaut hat, nicht weiter zu genießen! Eine Sünde! Zum Glück ließ Martina sich davon ebenso wenig beeindrucken wie er. Sie ist genauso heiß. Sex. Er will Sex. Sie will Sex. Wie lange hat er sich danach gesehnt?
Plötzlich rückt Martina ein Stück ab und schaut ihn fragend an, sagt aber nichts. Alex erwidert zögernd ihren Blick. Sie wirkt irgendwie undurchdringlich. Was will sie bloß? Bitte jetzt nicht sprechen! Bitte nicht!
»Bist du eigentlich solo?«
Ihm stockt der Atem. Sie stellt die Frage, als erkundige sie sich nach dem Busfahrplan. Mit einem Ruck weicht er noch weiter zurück.
»Sorry, ist vielleicht kein guter Moment … aber ich dachte nur … bevor wir hier weitermachen …«
»… müssen wir erst mal unseren Beziehungsstatus klären. Schon klar. Vollkommen korrekt.« Alex versucht, es humorvoll klingen zu lassen, aber er findet die Frage wirklich nicht lustig. In so einem Moment! Ist Frauen eigentlich gar nichts heilig? Was zum Teufel soll er darauf antworten?
Angsthase! Er hätte das Thema längst anschneiden müssen …

Mehr zu meinen Motiven, diesen Roman zu schreiben, findest du in meinem Blog Tantra goes Belletristik. Ich freue mich über Feedback!

Die gefährliche Unausweichlichkeit der Liebe
Debütroman von Saleem Matthias Riek
Broschur 340 Seiten * € 12,90 *
Kampenwand Verlag * ISBN 978-3-969-663776
Auch als E-Book erhältlich (€ 4,99)
Online Lesung am 18.11.2020 * Verkaufsstart: 19. November 2020
Buchtrailer * Das Interview zum Buch

Die gefährliche Unausweichlichkeit der Liebe
Markiert in:                        

Saleem Matthias Riek

Saleem Matthias Riek ist 1959 geboren, Heilpraktiker mit dem Schwerpunkt Paar- und Sexualtherapie, Tantralehrer, Diplom-Sozialpädagoge, Buchautor und lebt bei Freiburg im Breisgau. Seit 1986 erfolgreiche therapeutische Arbeit mit Einzelnen und Gruppen, seit 1992 mit den Schwerpunkten Liebe, Erotik, Paarbeziehung und Tantra, seit dem Jahr 2000 auch in der Ausbildung von Gruppenleitern tätig. Saleem ist Autor mehrerer Bücher rund um Lust und Liebe, Tantra und Spiritualität. Weitere Bücher, darunter ein Roman, sind in Vorbereitung.

See all posts by saleem

3 thoughts on “Die gefährliche Unausweichlichkeit der Liebe

  • Pingback:Medientipps und Links - Tantranetz

  • 14. Dezember 2020 um 19:30
    Permalink

    Guten Tag Saleem!
    Zunächst Glückwunsch zum Buch! Die Leseprobe hat mich persönlich nicht so kauferregend angesprochen, aber das ist freilich nur mein Eindruck.
    Es gibt kaum Tantra in der Belletristik? Interessant! Ich habe ein Manuskript seit mehreren Jahren im Kasten (besser auf der Festplatte) liegen. Darin beschreibe ich meine Erfahrungen mit Tantra von den ersten Begegnungen bis … nun ja: Befree hat mir diese Erfahrungen sehr erweitert und dies würde ich auch gern einarbeiten. Schreiben ist für mich Heilung für Seele und Geist.
    Was meinst du?
    Mein erstes Buch hat mich viel Geld gekostet und wegen fehlender Marketingunterstützung nur 107 Verkäufe eingebracht. Das ist zwar sekundär, aber schließlich möchte man als schreibender Tantriker doch auch weitervermitteln.

    Beste Grüße
    Petra

    Antworten
    • 15. Dezember 2020 um 10:20
      Permalink

      Hallo Petra,
      mit book on demand services kannst du heutzutage ohne große Kosten dein Buch veröffentlichen. Aber wenn Schreiben bereits in sich selbst Heilung bedeutet, kommt es darauf vielleicht auch nicht so sehr an.
      Wenn du über die Leseprobe hinaus mehr von meinem Roman erfahren möchtest, höre doch mal in das Interview rein, das Regina mit mir geführt hat.
      Herzliche Grüße
      Saleem

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.